Filmkomposition im Spannungsfeld…
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Vortrag bei der 9. International Summer School des Graduiertenzentrums Geistes- und Sozialwissenschaften an der Research Academy Leipzig “Crossing National Borders: People, Goods, Capital, and Ideas”, September 2011 (Vortragstext)
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Sebastian Stoppe
Filmkomposition im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerzialisierung
Obwohl in der Mehrzahl keine Autodidakten, sondern klassisch ausgebildete Musiker, werden Filmkomponisten im Vergleich zu anderen „ernsthaften“ Komponisten meist eher abschätzig betrachtet. Dies mag damit zusammenhängen, dass die Komposition für den Film sich noch während der Stummfilmära schnell professionalisierte und diese Professionalisierung durch Hollywoods Studiosystem der dreißiger und vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts weiter vorangetrieben wurde.
Filmmusik galt und gilt oftmals heute noch als „am Band“ produzierte, dem Medium Film unterworfene, pure Gebrauchsmusik, die außerhalb des Films nicht für sich stehen könne. Der Filmkomponist sei somit eher Handwerker als Künstler, der mit musikalischen Versatzstücken und Stereotypien arbeite.
Im Folgenden soll das Spannungsfeld im kommerzialisierten Kino beleuchtet werden, in dem sich der Filmkomponist bewegt. In einem ersten Teil wird das Verhältnis zwischen Musik und bewegtem Bild – ergo Film – näher betrachtet. Im darauf folgenden Abschnitt soll das Verhältnis eines Filmkomponisten mit dem Regisseur, den Produzenten, aber auch seinen eigenen Mitarbeitern erläutert werden, um schließlich in einem dritten Teil zu diskutieren, welche Spielräume ein Komponist im Medium Film eigentlich (noch) hat und ob Filmmusik außerhalb des ihm designierten Mediums einen Platz haben kann oder sogar darf.



